2009_niederbronn_5Am 7. Juni fand die 2. Auflage des Challange France Triathlon in Niederbronn in den Nordvogesen statt. Am Start über die Mitteldistanz waren 4 Spiridoner: Heike Dehmer, Andreas Lampe, Christian Biehl und Bernd Vahle.

Christiane Vahle hat wegen Achillessehnenbeschwerden den Start abgesagt und hat dafür schöne Schnappschüsse gemacht – eine schöne Erinnerung an einen wirklich gut zu empfehlenden Wettkampf auf einer Mitteldistanz: 1,9 Km Schwimmen (See in Mouterhouse, ca. 15 Km von Niederbronn-les-Bains entfernt, Wassertemp. ca. 17°), 90 Km Radfahren (ca. 900 Hm), 21,1 Km Laufen (ca. 258 Hm pro Runde, insgesamt 2 Runden à 10,55 Km)

1. organisatorische Mängel:
2009_niederbronn_32009_niederbronn_2Das Anmeldebüro und das Wettkampfbriefing, das schon am Samstagmorgen um 09:00 stattfand, waren nur mit detektivischem Spürsinn aufzufinden. Beim Rad Checkin am Nachmittag stellte sich heraus, dass die vorbereiteten Fahrradständer den Rädern nicht ausreichend halt bieten. Also stellten viele Athleten die Räder einfach an eine Mauer seitlich der Wechselzone, oder demontierten die Vorderräder zwecks besserer Standsicherheit. (was bei mir und Heike dazu führte, dass wir noch mehrmals zurückliefen um die Konstellation zu überprüfen). Am nächsten Morgen waren wir Spiridonis (Bernd, Andreas, Heike und Christian) auf den letzten Shuttlebus zum See in Mouterhouse, der 15km entfernt war, gebucht. Man musste sich für den Bus in eine Liste eintragen. Leider tauchte kurz nach 9 nur ein Bus von 3 auf, der entsprechend gleich voll war. Danach passierte bis 09:45 nichts mehr. Heike wurde zunehmend nervös, da sie ja schon um 11:00 starten sollte. Plötzlich tauchten 4 Busse auf einmal auf, wobei 2 für die restlichen Athleten reichten. Großes Gelächter allenthalben.

2. Wetter: Bei der Ankunft in der Wechselzone regnete es in Strömen. Lufttemperatur ca. 15°. Das Wetter insgesamt war eher wechselhaft, wolkig, kühler Wind, ein paar Sonnenstrahlen, Regengüsse im Wechsel.

3. Rennen:
Es gab 5 Startgruppen. 11:00 Profis und Frauen (mit Heike Dehmer), danach 3 Gruppen mit AK Athleten im 10 Min. Abstand. Danach noch die Staffeln. Bernd Vahle, Andreas Lampe und ich waren in der letzten Startgruppe um 11:30. Der See ist sehr schmal, sodass ein Einschwimmen nicht möglich war und die jeweils 300 jeder Startgruppe erst 5 Min. vor der Startzeit ins Wasser durfte. Kurz bevor unsere Gruppe einstieg kamen bereits die Profis ins Schwimmziel. Tolle Stimmung allemal. Das Wasser ist doch nicht so kalt wie befürchtet. Die natürliche Schwimmleine besteht aus einem Strahl von einem Feuerwehrschlauch. Dort will man wirklich nicht hinein schwimmen! Der Strahl geht aus und los geht’s. Erstaunlich wie wenig Gekloppe es gibt. Gut, ich starte relativ weit vorne. Normalerweise werde ich zügig überschwommen, aber heute geht’s irgendwie gut. Schon nach 27:53 aus dem Wasser. Waren das wirklich 1900m, oder hat das Training im Schwimmverein endlich gefruchtet? Es regnet noch, Armlinge, Weste, oder einfach mit dem Einteiler weiter?!

Auf unnötigen Ballast verzichtet. Ich muss halt schnell genug fahren, damit mir warm wird. Die ersten 5km geht es etwas wellig in noch moderatem Tempo los. Nachdem mich einer überholt, gebe ich dann auch Gas, halte den Abstand und lasse ihn 5 km später stehen (blieb während des Rennens der einzige der von hinten kam). Danach nur noch Vollgas immer wieder Leute überholend. Hatte ja schließlich 900 Wettkämpfer aus den Vorgruppen vor mir. Ist schon irre, wenn man ständig an den Leuten vorbeirauscht. War irgendwann ganz heiser vom ständigen "Attention" rufen.

2009_niederbronn_12009_niederbronn_62009_niederbronn_4Bei km 40 überholte ich Heike, die ich an ihrem Spiridon Trikot gut erkennen konnte. Der Regen hörte zum Glück schon bald auf, die Strassen waren aber stellenweise noch gefährlich nass. Hinzu kamen natürlich noch die in Frankreich üblichen Bodenwellen in den Orten, die zum Reduzieren der Geschwindig-keit zwangen. Die 90km konnte ich in 2:31:28 zurücklegen. 35,x Schnitt. 60 beste Radzeit von ca. 1000 und nur 2:30 Min. langsamer als der deutsche Ex-Profi Ralph Eggert, der am Vortag das Briefing abgehalten hatte. Hoffentlich nicht überzockt. Fühlte mich aber immer noch bestens. Schnell in die Laufschuhe. Beim Verlassen der Wechselzone die Aufforderung die Startnummer nach vorne zu drehen. Diese ist mir aber leider schon nach 20km Radfah-ren hinten abgerissen. Nass und zu schnell :-)) Auch die Nummer am Bremskabel zur Fahrradkennzeichnung hat die Rauschefahrt nicht überstanden. Disqualifikation. Ich rufe, "ist mir egal", will trotzdem durchlaufen, für mich!! 2 Runden a 10,5km stehen an mit einer Höhendifferenz von jeweils über 200m. Seitenstechen und leichte Krämpfe begleiten mich auf den ersten 2km. Dann kommt die 4km lange Steigung. geht irgendwie hoch. Berg runter teilweise so steil, dass man richtig abbremsen muss, damit einen die Beine nicht überholen.

Im Wald dann teilweise aufgeweichte Matschwege. In der 2. Runde läuft’s dann gefühlt besser. Immer noch ständig am überholen, wobei mich hier auch einige der vorderen Startgruppen, die ja teilweise 30min. früher gestartet sind von hinten zügig überlaufen. Mit 1:38:47 zügig und relativ entspannt ins Ziel. Auf der Strecke Mindestens wurde ich mindestens 10mal auf die Disqualifikation hingewiesen. Im Ziel hat dann kein Hahn mehr danach gekräht. Stehe als Gesamt 77. (von ca. 1000) und 11. von 180 in der AK in der Liste. Wie Chris McCormack auf dieser anspruchsvollen Laufstrecke eine 1:14:39 laufen konnte entzieht sich meiner Kenntnis.

Fazit:Trotz organisatorischer Mängel ein hochkarätig besetzter Wettkampf mit internationalem Flair (20 Nationen am Start) mit einer wunderschönen Rad- und anspruchsvoller Laufstrecke. Werde ich bei Gelegenheit noch mal einbauen. Nächstes Jahr starte ich in der M45. Dort wäre ich 3. geworden. Man schaut ja schon mal....

P.S: Beim Fahrrad abholen wollte ich dem Ordner mein Fahrrad beschreiben, damit er mir glaubt, dass es meins ist (Nummer war ja weggeflogen). Hat aber letztendlich keinen interessiert. Ich hätte einfach von einem der 7000 € Boliden die Nummer entfernen können und rausspazieren. Das zum Thema Organisation und bewachte Wechselzone!!

Ergebnisse der teilnehmenden Spiridonis:

Christian Biehl  27:53  2:31:28  1:38:47  4:43:48
Heike Dehmer     35:07  3:13:03  2:15:19  6:14:09
Andreas Lampe    43:57  3:17:57  2:18:37  6:40:59
Bernd Vahle      DNF

(Panik im Wasser nach 400m. Ich hätte locker über die Matte marschieren und mich auf’s Rad setzen können. Wäre keinem aufgefallen)

www.triathlon-challenge-france.com/html/index.php   Die Anmeldung für 2010 ist bereits geöffnet!

[Christian Biehl, ergänzt von Heike Dehmer, Fotos von Christiane Vahle]