2009_ferropolis_3Thomas Tzschentke berichtet aus Grävenhainichen: Gelungene Generalprobe für den Ironman - Andreas Klause, Lutz Richter und Thomas Tzschentke knacken 37 km/h-Marke auf der Radstrecke - Heike Klause und Markus Schmittel komplettieren erfolgreiches Spiridon Frankfurt Team.

Am Samstag, den 6. Juni 2009, fand die Erstauflage des Irontown Triathlon Ferropolis über die halbe Ironman-Distanz (1,9km Schwimmen -90km Rad -21,1km Laufen) statt. Um 9:00 Uhr starteten die Profis. In fünfminütigem Abstand stürzten sich drei weitere Startgruppen mit einem Landstart in den 16 Grad kühlen Gremminer See. Insgesamt gingen 502 Männer und 71 Frauen an den Start. Als letzte Gruppe starteten die Staffeln. 

Das Wasser war zwar frisch, dafür war aber die Qualität hervorragend. Schon nach 250 m kam die erste 90-Grad-Wende nach links, dem starken Wind entgegen. Bereits nach weiteren 300 m folgte eine 135-Grad-Wende nach rechts. Das Feld war an diesen beiden Wenden noch zu dicht zusammen, so dass es ein ordentliches Gedränge gab. Hier gibt es noch Optimierungspotenzial für den Veranstalter. Dann folgten zwei lange Graden, denen einige weitere Bojen zur besseren Orientierung der Schwimmer gut getan hätten. Mir kam es vor wie ein ständiger Zick-zack-Kurs.Andi Klause war als erster von uns nach einer guten Schwimmleistung in 34 Minuten schon wieder an Land.

2009_ferropolis_12009_ferropolis_2Es folgte ein langer Weg vom Sandstrand in die Wechselzone, die in der tollen Ferropolis-Arena lag. Raus aus dem Neo und rauf auf's Rad. 3 x 30 km durch die Dübener Heide lagen nun vor uns. Es hieß, der Kurs sei sehr flach. Insgesamt waren es am Ende vielleicht 30 Höhenmeter. Nicht der Rede wert, aber der Wind war nervig. Der Radkurs war für den Autoverkehr gesperrt. So konnten wir gemäß Spiridon-Express-Philosophie ordentlich Gas geben. Kopf runter und drücken was das Zeug hält. Und unser Training hat sich ausgezahlt: Lutz Richters und Andi Klauses Tacho zeigten in der Wechselzone 37 km/h+ an (ich hab' keinen Tacho). Die Zeiten in den offiziellen Ergebnislisten beinhalten für den Rad-Split auch die Zeiten für die beiden Wechsel. Wechsel eins (T1) dauerte ca. 5 Minuten, Wechsel zwei (T2) ca. 2 Minuten. Zieht man also diese 7 Minuten von dem angegebenen Radsplit ab kommt man auf Durchschnitts-Geschwindigkeiten zwischen 37,0 und 37,7 km/h für Andi, Lutz und mich. 

Danach ging es zum Laufen. Endlich Laufen! So, jetzt wollen wir mal sehen, was die langen Koppeleinheiten im Training so gebracht haben. Ich lief los wie die Feuerwehr. Leider kam kein '1km'-Schild und ich konnte mein Tempo nicht überprüfen. Es kam überhaupt kein km-Schild. Egal, schauen wir halt nach der ersten von drei Runden. Die Laufstrecke bestand aus einem Hin- und Rückweg, was Gegenverkehr bedeutet. Es war ein teilweise zu enger, recht eckiger Kurs, bei dem man auch mehre male den Verkehr kreuzen musste. Auch das kann der Veranstalter sicherlich noch besser lösen. 

Nach der ersten Lauf-Runde schaue ich auf die Uhr: "0:29.20, hoppla, das ist aber schnell. Vielleicht ein Tick zu schnell. Jetzt einen Gang runterschalten und den Rhythmus finden." Irgendwie wird ein Zwicken hinten rechts im Oberschenkel immer schlimmer. "Das wird doch kein Krampf werden!" Auf der zweiten Runde muß ich kurz für eine Dehnpause stehenbleiben. Danach laufen ich ruhig weiter. "Das darf aber in vier Wochen nicht passieren." Frank Röder hat mal gesagt: "Jeder Krampf der kommt, geht auch wieder." Und tatsächlich: Auf der dritten Runde konnte ich wieder gescheit durchziehen.
 
Der Zieleinlauf in der Ferropolis-Arena war sehr stimmungsvoll. Und der Moderator Mike hat jeden gebührend angesagt.
Als Marcus Schmittel ins Ziel kam, hat Mike der Triathlon Welt die Bedeutung des Wortes 'Spiridon' mal ausführlich näher gebracht (Ihr wisst schon, Spiridon Louis, der erste Olympiasiger im Marathon 1896). Das war super.
 
Klasse war unsere Spiridon-Triathon-Bekleidung. Ich haben jeden von uns, der mir entgegenkam, früh gesehen. Wir haben uns gegenseitig angefeuert und abgeklatscht. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung und ein schöner Wettkampf, auch wenn es an einigen kleinen Ecken noch etwas hakte.
 
Unsere Ergebisse:

Pl  PlAK  Name               Schw.    Rad          Laufen      Gesamt 
 61  15   Heike Klause       0:49:49  3:22:36      2:11:08     6:23:33 
475  10   Marcus Schmittel   0:50:06  03:52:44(?)  1:25:06(?)  6:07:57
                           (erste Laufrunde in die Radzeit eingerechnet)
 84  14   Lutz Richter       0:38:21  2:30:57      1:38:08     4:47:26 
 68  10   Andreas Klause     0:34:03  2:32:56      1:36:57     4:43:56 
 41   5   Thomas Tzschentke  0:37:10  2:30:05      1:29:28     4:36:43


Gut:
Tolle Location!
Gute Wasserqualität
Gute Radstrecke, komplett gesperrt
Schöne Medaillen
In der Recovery-Zone: Warmer Hirse-Buchweizen-Brei von der Firma P. Jentschura mit Ahornsirup

Nicht gut:
Im Programmheft groß angekündigt: Pasta-Party! Böse Überraschung: 5 Euro pro Portion
Unsortierte Wechselzone ("Such' Dir einfach 'n Platz für dein Rad"). Super für den, der früh da war!
Eckiger Schwimmkurs
Teilweise zu enge Laufstrecke mit Gegenverkehr, der mehrfach gekreuzt werden muß
Keine km-Angaben beim Laufen.
Auf der letzten der drei Laufrunden war die Verpflegung am Wendepunkt aus
Keine separat gestoppten Wechsel-Zeiten für T1 und T2

Wäre schön gewesen:
Wenige Tage vor dem Event: Erinnerung an Champion-Chip und Chip-Band für Fußgelenk
Eine kleine Plastik-Kiste pro Teilnehmer für die Wechselzone
Eine Urkunde direkt nach dem Event
Ein Event-T-Shirt

[Thomas Tzschentke]