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Spiridons Frauen mit vielen Topplatzierungen

Für Birgitt Bohn ging es neben der Teamwertung darum, die hervorragende Einzelleistung des Vorjahres zu bestätigen, ohne daran die Erwartung an einen erneuten Podiumsplatz zu knüpfen. Hinter der deutschen Spitzenläuferin Susanne Hahn, die an der Spitze des Frauenfeldes ein einsames Rennen gegen die DLV-Norm (2:31) für die olympischen Spiele in Peking lief, hatte eine Reihe Frauen mit Bestzeiten zwischen 2:42 und 2:50 für den Start gemeldet. Für Birgitt schien also zwischen Platz 2 und Platz 6 alles möglich.

Wie gewohnt startete Birgitt verhalten. Nach 1:22:30 sollte die erste Hälfte absolviert sein. Unterstützung boten drei unserer Männer. Rainer Knorpp, Ole Nückel und Andreas Schalm visierten wie Birgitt eine Zeit unter 2:45 an und bildeten vom Start weg mit weiteren Läufern eine gut funktionierende Gruppe, die sich in den windigen Passagen gegenseitig Windschatten bot. Mit 3:54 Min/km wurde das Rennen angegangen und die erste Hälfte in 1:22:10 nur wenig schneller als geplant beendet. Birgitt lag seit KM 5 auf dem 7. Platz des Marathons und dem 4. Platz der Meisterschaft. Im weiteren Rennverlauf ergaben sich mehr und mehr Parallelen zum Vorjahr: Die vor ihr laufende Konkurrenz wurde langsamer und ohne das Tempo bis dahin wirklich gesteigert zu haben, startete etwa bei KM 30 die eindrucksvolle Aufholjagd. Ebenfalls wie im Vorjahr war der KM 35 für das weitere Geschehen ganz entscheidend, denn nun setzte Birgitt endgültig auf Angriff und erhöhte das Tempo schlagartig. Da die Abstände zu den vor ihr liegenden Frauen mit Ausnahme auf die souverän an die Spitze laufende Susanne Hahn bereits deutlich geschmolzen waren, dauerte es nur bis KM 38 und Birgitt hatte sich auf Platz 2 der Meisterschaft vorgearbeitet. Bei Km 40 überholte sie sogar die lange souverän auf Platz 2 des Marathons liegende Bulgarin. Zum Ende des Rennens wurde es kurz nochmals spannend, denn die schon abgehängte spätere 3., Bernadett Pichlmaier griff nochmals nach Platz 2. Birgitt hielt dagegen und Pichlmaier auf Distanz. Mit 2:43:08 (Netto 2:43:06) stand sie erneut als deutsche Vizemeisterin im Ziel. Wie im Vorjahr erlief sie auch wieder den Meistertitel in der Altersklasse W35.

Als zweite Frau lief Viera Böhler ins Ziel. Sie machte mit einer Zeit von 3:16 in Frankfurt auf sich aufmerksam und trainiert seit dem in der Leistungsgruppe. Obwohl bereits in der Altersklasse W40 startend, deutete sie in der Vorbereitung viel Potenzial an. Nach einem sehr gleichmäßig eingeteilten Rennen, erreichte sie das Ziel 8 Minuten schneller als in Frankfurt. 3:08:32 (Netto 3:08:20) ließen Viera für den Rest des Tages strahlen. Bis etwa KM 35 lag sie sogar auf Kurs 3:05, als ihr die Wärme zu schaffen machte. Viera kämpfte bis zum Ende um jede Sekunde, auch im Bewusstsein, dem Team damit zu helfen. Am Ende erreichte sie als 12. Frau das Ziel. In ihrer Altersklasse reichte es zum 4. Platz.

Unsere dritte Frau, Nicole Bornhütter, war vor dem Start die große Unbekannte. Die in Niedersachsen lebende und trainierende Nicole ist seit November 2007 Mitglied bei Spiridon. Sie trainiert im wesentlichem allein, so dass nur schwer einzuschätzen war, wie stark sie laufen würde. Sie beeindruckte alle mit ihrem Teamgeist. Bereits nach etwa 23 KM schienen ihr die Kräfte zu schwinden. Bis etwa KM 20 lief sie mit Viera zusammen, als sie deren Tempo nicht mehr halten konnte. Am Ende raffte sich Nicole zu einer Energieleistung auf und kam glücklich in 3:12:24 (Netto 3:12:17) auf Platz 17 ins Ziel. Wer Nicole bei etwa KM 25 gesehen hatte, hätte dieses Ergebnis nicht mehr erwartet. In der Altersklasse W35 reichte es zu einem sehr schönen 5. Platz.
In der Besetzung Birgitt Bohn, Viera Böhler und Nicole Bornhütter liefen unsere Frauen hinter den Teams vom SV Schlau.Com Saar 05 (an deren Spitze Susanne Hahn in 2:29:35 ins Ziel lief) und des LC Solbad Ravensberg in 9:03:43 auf den 3. Platz der Teamwertung. Zugleich holten Sie den Meistertitel in der Teamwertung Altersklasse W35/W40.

Den undankbaren 4. Platz unserer Frauen nahm Martina Osmann ein. Trotz einer durch kleine Verletzungen geprägten Vorbereitung ging Martina das Rennen offensiv an und lag bis KM 17 gleichauf mit Viera. Mit zunehmender Renndauer musste sich Martina mit diversen Verletzungsfolgen herumplagen und es wurde klar, dass sie das Rennen nicht in der gewünschten Zeit beenden könnte. Mehr und mehr fiel sie zurück und ein Ausstieg wäre durchaus verständlich gewesen. Martina biss sich aber durch das Rennen und erreichte schließlich in der für sie enttäuschenden Zeit von 3:24:19 (Netto 3:24:08) das Ziel auf Platz 38. Das Trostpflaster blieb aber nicht aus. In der Altersklasse W35 wurde sie mit Platz 8 immerhin auf die Siegerbühne gerufen.

Einen schwarzen Tag erwischte Jennifer Zeeck. Mit der Vorgabe unter 3:30 Stunden zu laufen, angetreten und die erste Hälfte in genau 1:45 angehend, kam sie letztlich in 4:01:51 (Netto 4:01:05) ins Ziel. Bereits bei KM 25 ging bei ihr muskulär nichts mehr. Trotzdem quälte sie sich ins Ziel. Dafür gebührt ihr Anerkennung.