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Erneut hervorragende Leistungen bei deutschen Marathon-Meisterschaften

  • Birgitt Bohn wiederholt in 2:43:08 deutsche Vizemeisterschaft
  • Heiko Ludewig läuft in 2:30:23 auf Platz 12
  • Frauenteam auf Platz 3, Männerteam auf Platz 5

Je 5 Läuferinnen und 5 Läufer vertraten die Spiridonfarben mit durchweg beachtenswerten Leistungen bei den deutschen Meisterschaften, die am vergangenen Sonntag innerhalb des 9. Gutenberg-Marathons in Mainz stattfanden. Zwei Meistertitel, eine Vizemeisterschaft und ein dritter Platz sowie zahlreiche weitere Podiumsplätze sind die imponierende Bilanz. Die alles überragenden Leistungen zeigten Birgitt Bohn und Heiko Ludewig. Birgitt wiederholte in eindrucksvoller Manier ihre Vizemeisterschaft aus dem Vorjahr und schrammte dabei nur um 11 Sekunden an ihrer Bestzeit aus dem Oktober 2007 vorbei. Heiko verbesserte seine Bestzeit um 2 Minuten auf eindrucksvolle 2:30:20 und lief damit ganz nah an seine Traumzeit von 2:29:59 heran. Mit ihren starken Leistungen legten Birgitt und Heiko den Grundstein für den 3. Platz des Frauen- und den 5. Platz des Männerteams. Weitere Starter und Starterinnen zeigten mit neuen persönlichen Bestzeiten, dass sie optimal vorbereitet waren. Die Leistungen zeigen, dass Spiridon Frankfurt aus der deutschen Marathonszene nicht mehr wegzudenken ist. Die Arbeit unseres Trainers Kurt Stenzel trägt also mehr und mehr Früchte.
Vor dem Start herrschte bei vielen Unsicherheit: wie warm würde es werden? Was ist die richtige Taktik? Hinzu kam, dass Frauen und Männer mit den Teams nicht in Bestbesetzung antreten konnten. In der Vorbereitung waren einige verletzungsbedingte Rückschläge hinzunehmen. So waren für unsere Frauen die Chancen auf den langersehnten Meistertitel von vornherein minimal, zumal mit Susanne Hahn eine deutsche Spitzenläuferin gemeldet hatte und ihrem Team vom SV Schlau.Com Saar 05 den entscheidenden Vorsprung für den Teamtitel sicherte. Trotzdem wurde für unsere Frauen als Ziel ein Platz unter den ersten drei Teams formuliert. Bei den Männern galt es den sehr guten 4. Platz aus dem Vorjahr möglichst zu bestätigen, wohlwissend, dass die Konkurrenz dieses Jahr stärker sein würde.

Die ambitionierten Ziele zu erreichen halfen der wieder phantastische Support durch die vielen Spiridonis an der Strecke und der vom Vorstand angemietete Goldsaal im Hilton-Hotel, der einen  optimalen Rahmen für die letzten Vorbereitungen bot. Am Ende des Tages konnte zufrieden bilanziert werden und wer nach dem Rennen den Goldsaal aufsuchte, blickte in strahlende Gesichter.


Spiridons Frauen mit vielen Topplatzierungen

Für Birgitt Bohn ging es neben der Teamwertung darum, die hervorragende Einzelleistung des Vorjahres zu bestätigen, ohne daran die Erwartung an einen erneuten Podiumsplatz zu knüpfen. Hinter der deutschen Spitzenläuferin Susanne Hahn, die an der Spitze des Frauenfeldes ein einsames Rennen gegen die DLV-Norm (2:31) für die olympischen Spiele in Peking lief, hatte eine Reihe Frauen mit Bestzeiten zwischen 2:42 und 2:50 für den Start gemeldet. Für Birgitt schien also zwischen Platz 2 und Platz 6 alles möglich.

Wie gewohnt startete Birgitt verhalten. Nach 1:22:30 sollte die erste Hälfte absolviert sein. Unterstützung boten drei unserer Männer. Rainer Knorpp, Ole Nückel und Andreas Schalm visierten wie Birgitt eine Zeit unter 2:45 an und bildeten vom Start weg mit weiteren Läufern eine gut funktionierende Gruppe, die sich in den windigen Passagen gegenseitig Windschatten bot. Mit 3:54 Min/km wurde das Rennen angegangen und die erste Hälfte in 1:22:10 nur wenig schneller als geplant beendet. Birgitt lag seit KM 5 auf dem 7. Platz des Marathons und dem 4. Platz der Meisterschaft. Im weiteren Rennverlauf ergaben sich mehr und mehr Parallelen zum Vorjahr: Die vor ihr laufende Konkurrenz wurde langsamer und ohne das Tempo bis dahin wirklich gesteigert zu haben, startete etwa bei KM 30 die eindrucksvolle Aufholjagd. Ebenfalls wie im Vorjahr war der KM 35 für das weitere Geschehen ganz entscheidend, denn nun setzte Birgitt endgültig auf Angriff und erhöhte das Tempo schlagartig. Da die Abstände zu den vor ihr liegenden Frauen mit Ausnahme auf die souverän an die Spitze laufende Susanne Hahn bereits deutlich geschmolzen waren, dauerte es nur bis KM 38 und Birgitt hatte sich auf Platz 2 der Meisterschaft vorgearbeitet. Bei Km 40 überholte sie sogar die lange souverän auf Platz 2 des Marathons liegende Bulgarin. Zum Ende des Rennens wurde es kurz nochmals spannend, denn die schon abgehängte spätere 3., Bernadett Pichlmaier griff nochmals nach Platz 2. Birgitt hielt dagegen und Pichlmaier auf Distanz. Mit 2:43:08 (Netto 2:43:06) stand sie erneut als deutsche Vizemeisterin im Ziel. Wie im Vorjahr erlief sie auch wieder den Meistertitel in der Altersklasse W35.

Als zweite Frau lief Viera Böhler ins Ziel. Sie machte mit einer Zeit von 3:16 in Frankfurt auf sich aufmerksam und trainiert seit dem in der Leistungsgruppe. Obwohl bereits in der Altersklasse W40 startend, deutete sie in der Vorbereitung viel Potenzial an. Nach einem sehr gleichmäßig eingeteilten Rennen, erreichte sie das Ziel 8 Minuten schneller als in Frankfurt. 3:08:32 (Netto 3:08:20) ließen Viera für den Rest des Tages strahlen. Bis etwa KM 35 lag sie sogar auf Kurs 3:05, als ihr die Wärme zu schaffen machte. Viera kämpfte bis zum Ende um jede Sekunde, auch im Bewusstsein, dem Team damit zu helfen. Am Ende erreichte sie als 12. Frau das Ziel. In ihrer Altersklasse reichte es zum 4. Platz.

Unsere dritte Frau, Nicole Bornhütter, war vor dem Start die große Unbekannte. Die in Niedersachsen lebende und trainierende Nicole ist seit November 2007 Mitglied bei Spiridon. Sie trainiert im wesentlichem allein, so dass nur schwer einzuschätzen war, wie stark sie laufen würde. Sie beeindruckte alle mit ihrem Teamgeist. Bereits nach etwa 23 KM schienen ihr die Kräfte zu schwinden. Bis etwa KM 20 lief sie mit Viera zusammen, als sie deren Tempo nicht mehr halten konnte. Am Ende raffte sich Nicole zu einer Energieleistung auf und kam glücklich in 3:12:24 (Netto 3:12:17) auf Platz 17 ins Ziel. Wer Nicole bei etwa KM 25 gesehen hatte, hätte dieses Ergebnis nicht mehr erwartet. In der Altersklasse W35 reichte es zu einem sehr schönen 5. Platz.
In der Besetzung Birgitt Bohn, Viera Böhler und Nicole Bornhütter liefen unsere Frauen hinter den Teams vom SV Schlau.Com Saar 05 (an deren Spitze Susanne Hahn in 2:29:35 ins Ziel lief) und des LC Solbad Ravensberg in 9:03:43 auf den 3. Platz der Teamwertung. Zugleich holten Sie den Meistertitel in der Teamwertung Altersklasse W35/W40.

Den undankbaren 4. Platz unserer Frauen nahm Martina Osmann ein. Trotz einer durch kleine Verletzungen geprägten Vorbereitung ging Martina das Rennen offensiv an und lag bis KM 17 gleichauf mit Viera. Mit zunehmender Renndauer musste sich Martina mit diversen Verletzungsfolgen herumplagen und es wurde klar, dass sie das Rennen nicht in der gewünschten Zeit beenden könnte. Mehr und mehr fiel sie zurück und ein Ausstieg wäre durchaus verständlich gewesen. Martina biss sich aber durch das Rennen und erreichte schließlich in der für sie enttäuschenden Zeit von 3:24:19 (Netto 3:24:08) das Ziel auf Platz 38. Das Trostpflaster blieb aber nicht aus. In der Altersklasse W35 wurde sie mit Platz 8 immerhin auf die Siegerbühne gerufen.

Einen schwarzen Tag erwischte Jennifer Zeeck. Mit der Vorgabe unter 3:30 Stunden zu laufen, angetreten und die erste Hälfte in genau 1:45 angehend, kam sie letztlich in 4:01:51 (Netto 4:01:05) ins Ziel. Bereits bei KM 25 ging bei ihr muskulär nichts mehr. Trotzdem quälte sie sich ins Ziel. Dafür gebührt ihr Anerkennung.


Männer überzeugen mit Bestzeiten und Platz 5 der Teamwertung

Bei den Männern war die meist diskutierte Frage, ob es Heiko Ludewig schaffen würde, das Ziel in weniger als 2:30 Stunden zu erreichen. Daneben standen für viele unserer Männer die Zeichen auf neue Bestzeiten, wie die in der Vorbereitung erzielten Zeiten andeuteten. Am Ende des Tages waren die meisten Wünsche in Erfüllung gegangen. Das drückt sich auch in der mit Platz 5 sehr guten Teamplatzierung aus.

Heiko folgte den vielfach ausgesprochenen Rat, sich der Gruppe um Susanne Hahn anzuschließen, wollte diese doch mit einer Zielzeit unter 2:29 das Rennen starten. Direkt nach dem Startschuss gruppierte Heiko sich in die etwa 20 Männer Gruppe ein und lief klug an deren Ende. Etwa ab KM 10 wurde die Gruppe immer kleiner, doch Heiko konnte den Anschluss sehr lange halten. Noch bei Km 35 lief er mit 2 weiteren Männern in dieser Gruppe. Erst bei KM 38 konnte er Susanne Hahns hohem Tempo nicht mehr folgen. Auf sich allein gestellt und bei zum Teil heftigen Wind schmolzen die Träume von der Zeit unter 2:30 sehr schnell. Am Ende lief er in 2:30:23 (Netto 2:30:20) knapp an der Traumzeit vorbei. Etwas bessere Bedingungen und die 2:30 wären gefallen, so das Fazit aller Zeugen. Heiko war trotzdem sehr zufrieden und zeigte im Ziel genau dasselbe gewinnende Lächeln wie während des ganzen Rennens und spielte ausgiebig mit seinem wenige Monate alten Sohn. Mit Platz 12 in der Meisterschaft und Platz 10 in seiner Altersklasse überzeugten auch seine Platzierungen.

Hinter Heiko blieb es lange spannend, wer als 2. und 3. Spiridon-Mann ins Ziel laufen würde. Rainer Knorpp, Ole Nückel und Andreas Schalm gingen gemeinsam mit Birgitt das Rennen an. Als erster musste Andreas bereits kurz nach der ersten Hälfte abreißen lassen. Im späteren Verlauf stieg er aus dem Rennen aus. Damit war klar, aus welchen Spiridonis unser erstes Männerteam bestehen würde – vorausgesetzt, Rainer und Ole würden ohne Einbruch ins Ziel kommen.

Etwa bei Km 34 konnte Rainer Birgitts Tempo nicht mehr folgen und er verlor den Anschluss an die Gruppe. Ole konnte allerdings nur wenig länger folgen. Als Birgitt auf Kurts Zuruf das Tempo nochmals verschärfte, fiel auch er zurück. Ab diesem Zeitpunkt waren beide Einzelkämpfer und Ole machte den besseren Eindruck. Ein Marathon nimmt mitunter jedoch viele Wendungen und letztlich ist ein wesentlicher Faktor die größere Erfahrung. Als es auf die etwa 600 Meter lange Zielgerade ging, lag überraschend Rainer wieder vor Ole. Beide kämpften sichtlich um jeden Meter, galt es doch auch neue Bestzeiten zu erzielen und unter 2:45 zu bleiben. Rainer konnte seinen Vorsprung am Ende verteidigen und erreichte in 2:44:25 (Netto 2:44:22) das Ziel. Ole musste bis kurz vor dem Ziel um die gewünschte Zeit bangen, am Ende schaffte er es in 2:44:49 (Netto 2:44:45). In der Meisterschaftswertung belegten die beiden Platz 53 und 54. Rainer belegte in der AK M40 Platz 14 und Ole in der AK M20 Platz 22.

In der Teamwertung gelang nach Platz 4 im Vorjahr diesmal der 5. Platz. Damit blieben unsere Männer zwar hinter der Platzierung des Vorjahres, liefen aber zugleich über 13 Minuten schneller als das letztjährige Spiridon-Team und mit einer Gesamtzeit von 7:59:27 sogar unter 8 Stunden. Auch der zeitliche Abstand auf Platz 3 hat sich weiter verringert und betrug diesmal nur noch weniger als 4 Minuten. Ein Männerteam in Bestbesetzung ist also für einen Platz auf dem Podium gut.

Als vierter Spiridon-Mann lief Ingo Saatweber ins Ziel. Trotz eines diesmal etwas langsameren Beginns als sonst bei ihm üblich, verfehlte am Ende er sein Ziel, unter 2:50 Stunden zu bleiben. 2:52:31 (Netto 2:52:28) war seine Zeit im Ziel, was Platz 86 in der Gesamtwertung und Platz 26 in der AK M40 bedeutete. Ingo zeigte sich insgesamt zufrieden, war doch seine Vorbereitung, bedingt durch Hauskauf und Umzug eingeschränkt.

Ein weiterer Spiridoni soll noch erwähnt werden. Burkhard Kminek hat sich in den letzten Jahren zum Altersklassenathlet entwickelt. Seine 3:42:18 im Ziel brachten ihn auf Platz 9 der AK M65 nur knapp an der Siegerbühne vorbei. Hätte er geahnt, dass sein unmittelbarer Konkurrent nur 11 Sekunden vor ihm lief, er hätte sicherlich noch ein paar Kräfte mobilisiert.

Mehr unter www.marathon.mainz.de 

Fotogalerie...

[Torsten Sigmund, Fotos von Peter Leblang und Carsten Goldhammer]


Spiridon Ergebnisse

Platz AK Startnr Name  AK Zeit Netto

Marathon

 740 (115)   1600  Benter, Matthias (GER)    M35        03:46:42
   2   (1)  F1002  Bohn, Birgitt (GER)  W35             02:43:06
  21   (7)  F1019  Bornhütter, Nicole (GER)  W35        03:12:17
  15   (5)  F1117  Dr. Böhler, Viera (GER)  W40         03:08:20
1070 (263)   6378  Diezmann, Ralf (GER)  M40            04:02:57
 421 (101)    592  Ennemann, Matthias (GER)  M40        03:26:48
 249  (39)    368  Ennemann, Uwe (GER)  M35             03:11:55
1137  (19)   2743  Dr. Gutzler, Horst (GER)  M65        04:08:32
 643  (10)   1439  Kminek, Burckhard (GER)  M65         03:41:32
  58  (13)   1164  Knorpp, Rainer (GER)  M40            02:44:22
  16   (5)   1016  Ludewig, Heiko (GER)  M35            02:30:20
 204  (18)   1419  Mohr, Michael (GER)  M30             03:08:03
 286  (59)    207  Musil, Peter (GER)  M45              03:16:36
  59   (7)   1169  Nückel, Ole (GER)  M30               02:44:45
  49  (10)  F1031  Osmann, Martina (GER)  W35           03:24:08
1625  (42)   4345  Paulat, Manfred (GER)  M60           05:21:55
 162  (46)  F1143  Petersen, Jutta (GER)  W40           03:58:51
  95  (24)   1185  Saatweber, Ingo (GER)  M40           02:52:28
  20   (6)  F2981  Dr. Schenk, Karin (GER)  W35         03:11:57
 168  (47)  F1147  Straub, Heike (GER)  W40             04:00:02
 170  (27)  F1081  Zeeck, Jennifer (GER)  W35           04:01:05

2/3 Marathon

  67  (22)   F359  Ennemann, Manuela (GER)    W40       02:47:52
   4   (3)   F103  Erlach, Andrea (GER)  W40            02:17:36

Halbmarathon

2025  (355)  5024  Albert, Stefan (GER)    M45          01:59:55
2075  (360)  3725  Claus, Michael (GER)  M45            02:00:29
 375   (75)  F558  Claus-Weiher, Daniela (GER)  W35     02:00:30
2840  (670)  4716  Damm, Reinhardt (GER)  M40           02:10:05
3916   (55)   666  Descombes, Michel-On-Tour (FRA)  M65 04:01:09
196    (55)  1633  Geiss, Oliver (GER)  M40             01:33:00
  98    (8)   602  Hammes, Michael (GER)  M50           01:28:50
1374  (325)  3356  Judt, Stefan (GER)  M40              01:54:08
2369  (575)  6931  Kohlheyer, Gerhard (GER)  M40        02:04:04
 562  (138)  2416  Kunze, Hans-Jürgen (GER)  M40        01:42:29
3870   (51)  5691  Lübke, Klemens (GER)  M65            02:48:38
  53   (14)   108  Mernberger, Oliver (GER)  M40        01:25:12
  26    (4)  F270  Ostmann, Petra (GER)  W35            01:39:55
  23    (2)  1118  Schalm, Andreas (GER)  M35           01:22:09
 963   (23)  F415  Scholl, Helga (GER)  W55             02:15:51
 612    (1)  F564  Schumacher, Helga (GER)  W70         02:06:37
1543  (152)  5981  Starosta, Thomas (GER)  M50          01:55:39
 636  (102)  F2152  Wördemann, Ina (GER)  W45           02:07:20